Die Grenzen der Künstlichen Intelligenz

spektrum.de, 3. Mai 2016Link

Der Sieg einer Googlesoftware über den Weltmeister im Brettspiel Go hat der Technologie der künstlichen Intelligenz gesellschaftlichen Auftrieb verschafft. Die Mühen der Ebene zeigen aber, dass die Algorithmen des maschinellen Lernens allerlei Fallen bergen – auch für ihre Entwickler.

Die Bank verweigert einen Kredit trotz bester Bonität, Amazon schlägt beharrlich Bücher vor, die man nie lesen würde, und der Ganzkörperscanner am Flughafen findet irgendetwas auffällig am eigenen Körper: das kann zwar keiner der freundlichen Beamten erklären, es zieht aber eine aufwendige Sicherheitskontrolle und einen Sprint zum Gate nach sich: Die Auswirkungen maschinellen Lernens kennt jeder aus dem Alltag- auch wenn die wenigsten wissen, dass dahinter Künstliche-Intelligenz-Algorithmen liegen. Im Unterschied zum Brettspiel Go, wo jeder sehen kann, wer gewonnen hat, sind die meisten anderen Anwendungsgebiete weniger transparent: liegt der Schufa-Algorithmus falsch oder ist der Betroffene wirklich nicht kreditwürdig?

Je weitreichender die Einsatzgebiete solcher Algorithmen sind, umso gefährlicher sind  mögliche Fehlschlüsse oder Ungenauigkeiten solcher Systeme: Das kann jeder sofort nachvollziehen wenn es beispielsweise ums autonome Fahren oder um die Steuerung automatischer Waffensysteme geht. Experten glauben nicht daran, dass diese Fehler gänzlich auszumerzen sind. Sie liegen im System – und in der Anwendung: denn es ist längst kein Allgemeingut unter Informatikern, welcher Algorithmus für welche Anwendung geeignet ist. Dazu kommen Annahmen, die im Vorfeld getroffen werden müssen, und bei vielen Algorithmen die Unmöglichkeit, das Ergebnis auf die Richtigkeit oder statistische Relevanz hin zu überprüfen. Weiterlesen

DebateExplorer: Unser Vortrag auf der Republica

Am Anfang standen Fragen wie: Schreiben Lobbyisten tatsächlich die Gesetze, wenn es darum geht, den Datenschutz aufzuweichen – und wenn ja: in welcher Form? Wer treibt die Verschärfung von Sicherheitsgesetzen voran und will die Freiheit im Netz einschränken – wer zieht die Strippen im Hintergrund? Jetzt entwickeln wir Prototypen für ein datenjournalistisches Tool für solche investigativen Recherchen. Textmining und interaktives maschinellens Lernen für den Journalismus der Zukunft. Wir stellen unser Datenjournalismus-Projekt DebateExplorer auf der diesjährigen Republica in Berlin vor: am Dienstag, 2. Mai 2016, 16.45 Uhr, Station Berlin.

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