„Löschen trifft die Falschen“

Technology Review 02/16, Februar 2016

Politiker fordern Propagandamaterial von Terrororganisationen wie dem IS im Internet zu löschen. Sinnlos, sagt Zahed Amanullah vom Institute for Strategic Dialogue in London. Er setzt auf das Datenwissen von Google und Facebook, um dem Radikalismus Einhalt zu gebieten.

Herr Amanullah, Sie arbeiten mit Google, Facebook und Twitter zusammen, um Hasskommentare und Propaganda auf diesen Netzwerken einzudämmen. Dabei beeinflussen Sie die Inhalte, die Nutzer zu sehen bekommen. Wie haben Sie die Unternehmen dazu gebracht, mit Ihnen zusammen zu arbeiten?

Das war leicht. Wir haben ihnen in einer ersten Studie vor Augen geführt, wie sehr beispiesweise der IS ihre Netzwerke zur Propaganda benutzt, wie dort neue Terroristen rekrutiert werden. Sie waren sehr betroffen – und sehr offen für die Zusammenarbeit. Die Macher von Facebook und Co wollen schließlich, dass ihre Plattformen für Gutes genutzt werden.

Wenn diese Frage bei den Netzwerken Priorität hat, wieso kommen diese dann so schlecht dagegen an?

Die Anbieter haben lange versucht, entsprechende Profile und Posts zu löschen. Aber die Extremisten sind so gut vernetzt, dass das zu langsam ist. Die Inhalte gehen trotzdem raus und verbreiten sich schnell. Löschen funktioniert nicht. Weiterlesen